Evangelische Kirche in Walldorf:
Außeninstandsetzung Turm und Schiff

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Nachdem 2004 der Chor und Ostgiebel für den Neubau der Sakristei saniert worden sind, wird nun noch der Rest der Kirche bearbeitet. 2007 haben wir mit dem Turm begonnen, 2008 soll das Schiff folgen.
Das Hauptproblem dieses Gebäudes ist die überaus schlechte Qualität des verwendeten Mühlbacher Schilfsandsteins. Ein hoher Tonanteil und Glimmerschichten sorgten dafür, dass bereits um 1950 fast die ganze Bauzier verloren gegangen war. Wir haben heute keine einzige bauzeitliche Kreuzblume mehr. 1975 wurden mit Zustimmung des Denkmalamtes sämtliche Kreuzblumen wieder aufgesetzt. Weil man es für stabiler hielt, wurden sie aus Kunststein, bzw. Beton gegossen. Des weiteren wurde Wasser als Hauptschadensquelle offenbar schon früh begriffen und die Kirche wurde seit 1965 regelmäßig hydrophobiert.
Es ist heute schwer auszumachen, ob die Schalen durch das Quellen der Tonminerale entstanden sind, oder durch die starke Oberflächenverdichtung durch die Hydrophobierungsmittel. Tatsache ist, dass der Stein, wo er 1975 nicht mit Mörtel überzogen wurde, starke Schäden aufweist. Offenbar wurden die Kreuzblumen 1975 nur in einer Größe gegossen, so dass nun auf den Wimpergen am Helmansatz viel zu kleine Kreuzblumen saßen. So entschied man sich, die zu kleinen Zementkreuzblumen durch neue größere aus Stein zu ersetzen. Gemeinsam mit der neuen Kreuzblume auf der Turmspitze würde wieder ein harmonisches Bild entstehen. Nachdem auch die Kreuzblume auf der Turmspitze abgefallen war, wurde sie in den 1960er Jahren durch einen einfachen Wetterhahn ersetzt.
Während der Sanierungsmaßnahmen stelle sich heraus, dass die Steine an den Wimpergen so kaputt waren, dass man die neuen Kreuzblumen nicht mehr sicher hätte befestigen können. Durch einen starken Moosbewuchs und die Mörtelreparaturen war das Ausmaß der Schäden nicht erkennbar gewesen. In einer großen Aktion wurden diese Steine ausgetauscht und die neuen Kreuzblumen aufgesetzt.
Neben den Steinmetzarbeiten wurde bei dieser Gelegenheit auch der Turmhelm neu mit Schiefer gedeckt. Nachdem die Spitze erneuert wurde, die Gauben löchrig waren und auch der Ansatz erneuert werden musste, war angesichts der handwerklich schlecht ausgeführten Grate eine Neudeckung der wirtschaftlichere Weg. Bei dieser Gelegenheit mussten noch einige Schäden am Dachstuhl des Turmhelms durch den Zimmermann beseitigt werden. Außerdem wird der Zugang im Turm verbessert, bzw. sicherer. Für den schnellen Eingriff im Brandfall wird es in Zukunft eine Trockensteigleitung mit Sprinklern im Turmhelm geben.