Wohnhaus in Bernbach

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Die privaten Bauherren haben das Schwarzwaldhäuschen von den Eltern geerbt nachdem es mehrere Jahre leer stand. Weil die neuen (und auch die alten) Eigentümer an dem Haus hingen und eine Neubebauung aufgrund des schmalen Grundstücks schwierig gewesen wäre, sollte die Möglichkeit einer Sanierung geprüft werden.
Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude ist leicht in den Hang gebaut. Der vordere Wohnteil ist unterkellert, der hintere diente als Stall und Scheune. Eine interne Verbindung gab es zwischen den beiden Teilen nicht.
Nach einer ersten Begehung konnte festgestellt werden, dass die Substanz durchaus sanierungsfähig ist und auch das Gebäude mit der Umnutzung des Wirtschaftsteils zum Wohnraum für die fünfköpfige Familie ausreichend groß wäre.
Weil keine Pläne existierten, haben wir zunächst eine Bestandsaufnahme der Genauigkeitsstufe II-III durchgeführt. Auf der Basis dieser Pläne wurde anschließend die Schadenskartierung durchgeführt, sowie die Entwurfs- und Genehmigungsplanung.
Aufgrund der Bauweise stellten die notwendigen Wanddurchbrüche in der Trennwand beider Hälften eine Herausforderung dar. Auf Wunsch der Bauherrin wurde auf die Öffnung zwischen Küche und Wohnzimmer verzichtet.
Die Treppe wurde versetzt, um mehr Platz im Eingangsbereich und für den neuen Durchgang zu erhalten. Die Küche blieb, wo sie schon immer gewesen ist. Das ehemalige Abort wurde als Vorratsraum umgebaut. In den ehemaligen Wohn- und Schlafräumen im EG befindet sich nun das Elternschlafzimmer. Hinzugefügt wurden lediglich bisher nicht vorhandene sanitäre Einrichtungen. Unter der Pappdecke dieses niedrigen Raumes kam eine fein gearbeitete und stark verrußte Bohlen-Balkendecke zum Vorschein. Dank stundenlanger Reinigung von Hand sieht sie heute wieder fast wie neu aus.
Die stark zerstörte Stallwand wurde zugunsten eines großzügigen Wohnzimmers entfernt. Die ehemalige Toreinfahrt wurde verglast, sowie die Stalltür. Hinzugekommen sind zwei Fenster zur neuen Terrasse gerichtet.
Im OG wurden teilweise bestehende Ladeöffnungen im Drempel verglast, was besonders die Kinder sehr freute, da sie nun auch vom Boden aus hinausschauen konnten. Zur Belichtung des Bades und des anderen Kinderzimmers wurden zwei Schleppgauben eingebaut.
Weil die handwerklich versierten Eigentümer Kosten sparen wollten und auch die nötige Zeit für Eigenleistungen in erheblichem Umfang aufbringen konnten, reichte es aus, ihnen einen mit Altbauten erfahrenen Zimmermann zu empfehlen. Dieser löste auch sensibel die statischen Probleme bei den Wanddurchbrüchen und der Bauherr konnte unter Anleitung viel mithelfen. Die Wärmedämmung im Dach wurde mit Holzweichfaserplatten und Zellulose ausgeführt, wodurch eine hervorragende Dämmwirkung und ein angenehmes Raumklima gegeben sind.
Am Ende war es sogar der Opa, der mit den Kindern die Lehmausfachungen verputzte. Und das, obwohl der Baustoff Lehm doch längst aus der Mode gekommen ist, oder vielleicht doch nicht?